LEGACY - The Voice from the Darkside

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Monday, 26 December 2016 13:22

 

SKINDRED, ZEBRAHEAD, SANGUINE @ Münster, Skaters Palace – 08.12.2016

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Das Billing am heutigen Abend ist abwechslungsreich, kann aber dennoch unter einem größeren Etikett gefasst werden: Alternative. Der Begriff ist sicher schwammig, passt aber zu den drei Bands, die circa 500 bis 600 Zuschauer sehen wollen.

Den Anfang manchen SANGUINE aus dem UK. Zentraler Fokus der Besucher ist sicher die stimmgewaltige Fronterin der noch jungen Band. Der Slot beginnt pünktlich. Die Briten ziehen ihr Programm routiniert durch, und angesichts der Leistung an diesem Donnerstagabend wäre die nächste Tour sicher nicht mehr nur als Support anzudenken. Durch die Farbgebung ihres Merchs könnte man SANGUINE auch bis zu einem gewissen Grad als Gothic-beeinflusst bezeichnen.

Ziemlich anders strahlen da die Kalifornier ZEBRAHEAD von der Bühne. Dem Venue entsprechend bringen sie ein Skater-Feeling in ihre Show ein. Die Songs fügen sich in eine melodische Punk-Richtung ein, lassen aber dann jeden Geschwindigkeitsdurchbruch aus. Wer auf Punk der Westküste à la Bad Religion und Green Day steht, wird bei ZEBRAHEAD das genuine Gespür für einprägsame Hooklines und ansprechende Melodien vermissen. Aber was brächte eine Kopie dieser Landsmänner der Band und ihren Fans? Dennoch bedienen sie durch ihre lässige Art und teils vulgären Kommentare das klassische Klischee von Bands aus Orange County. Apropos Fans: Im Publikum zeigen sich bald schon die ersten Crowdsurfer und bei der Band grün gekleidete Biermännchen, d.h. entweder ganz loyale Fans oder ein Tourmanager in Bierwerbungskostüm, deren Aufgabe Backgroundgesang wie auch Konsum der Bierflaschenauswahl ist.

Beim Headliner SKINDRED ändert sich die musikalische Präsentation etwas. Nach längerer Pause bereisen die Pionier-Dub-Metaller erneut Europa, und wenn das Alter auf den Gesichtern der Musiker auch bereits seine Spuren hinterlassen hat, zeigt sich ein relativ junges Publikum bei dem heutigen Konzert. SKINDRED haben mit ihrer Kombination aus Dub, Alternative Rock und Metal sicher auch den Nu Metal mitbeeinflusst. Häufig animiert Sänger Benji Webbe die begeisterungsfähigen Leute zum Jumpen. Die Musiker spielen präzise, groovy und mischen ab und zu Funk in ihre Stücke. SKINDRED scheinen eine Vorliebe für Samples zu haben. Nicht wenige Male spielen sie die populären Ausschnitte von Black Sabbath, Metallica (‚Sad But True’) oder anderen ein. Als Intro ertönte ‚Thunderstruck’ von AC/DC. SKINDRED beweisen einerseits ein Gespür für schmissige Hits, andererseits verbinden sie mit ihrer Musik als auch mit ihrer Performance einen politischen Anspruch. In ihren Texten findet man entsprechende Botschaften. Am 8. Dezember haben sie zumindest die anwesenden Zuschauer auf ihrer Seite. Pogo, Circlepit und Stagediving all inclusive.

 

 

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