LEGACY - The Voice from the Darkside

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Friday, 28 October 2011 21:07

 

ARCHGOAT „Heavenly Vulva (Christ’s Last Rites)“ MCD

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Additional Info
Bewertung: 11
Spielzeit: 16:04 Min
Tracks: 6
Label: (Debemur Morti/Soulfood)
erschienen in Ausgabe Nr.: 075
ARCHGOAT „Heavenly Vulva (Christ’s Last Rites)“ MCD

Och, das ist eine harte Nuss, denn die Finnen von ARCHGOAT machen ihrem Namen alle Ehre. Sie rotzen räudig finnischen Black Metal der Marke Beherit runter, wobei sie selbst schon lange Zeiten dabei sind. Irgendwann gab es eine Pause, und jetzt melden sie sich zurück, aber auch nicht lang, denn hier handelt es sich um eine MCD. Dem Bandnamen werden sie durch die Anbetung der Vulva mehr als nur gerecht. Mann (!) denkt eben beim Bock zuvorderst an den geilen Bock, und den bedienen ARCHGOAT wie folgsame Lakaien. Die Produktion ist dumpf, die Gitarren runtergestimmt, die Drums grinden einen Großteil der Songs, und die Vocals ähneln eher dem Sumpfgemorchel von Demilich als der skandinavischen Black Metal-Welle. Die MCD ist wirklich böse und macht aus ihrer blasphemischen Ausrichtung kein großes Geheimnis. „Heavenly Vulva“ groovt zuweilen derart old-schoolig, dass man hier zwar keine Preise für Innovation vergeben, jedoch diesen Wagemut belohnen sollte, und sei es auch nur durch eine Ehrerbietung aus der Ferne und dass man darum weiß, dass nicht nur Candy-Pop Metal der Marke Nightwish aus dem Land der tausend Seen zu uns den Weg aufnimmt. Bekannt dürfte es in Extreme Metal-Zirkeln sein, dass der Goat längst eine metaphysische Bedeutung angenommen hat: im dritten Stück ‚Penetrator Of The Second Temple‘ zelebriert die Band das Eindringen in die Frau und der Orgasmusseufzer koinzidiert mit dem Bocksgeblöke. Schwarzer Humor aus Finnland oder unentdeckte Sexualgnosis? Möglicherweise beides. Musikalisch schenken die Finnen der Welt da draußen keine Zugeständnisse. Es wird geschreddert und vor allem tief geröhrt, dass es dem Nostalgiker eine Freude ist. Mit der Zeit nutzt sich solch ein Minimalbestreben natürlich ab. Doch den Mutigen gehört die Welt! Und wer den Bock in seinem Banner führt, muss metallischerweise sicher nichts fürchten.

 

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